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Hansgeorg Arndt
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 | Ein Blick auf das System mit seitlicher Zielfernrohr-Montage und horizontal wirkender Drei-Stellungs-Sicherung. |
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Die Waffe basiert auf einem Original Mauser 98er System in Standardlänge. Die .400 H.&H. Magnum lässt sich darin noch unterbringen. Das System wurde sehr sorgfältig bearbeitet. Die Passungen perfektionierte man, und alle Gleit- und Führungsflächen wurden spiegelblank poliert. Das Kastenmagazin aus Stahl hat eine Innenlänge von 92,7 Millimetern. Es besitzt einen Klappdeckel zum Entladen. Die Entriegelung erfolgt im Abzugsbügel. Die Passung der federbelasteten Verriegelung im Abzugsbügel ist hervorragend. Man muss schon sehr genau hinsehen, um sie zu erkennen. Beibehalten hat man das Daumenloch, den langen, nicht rotierenden Auszieher und den seitlichen Kammerstopper. Während der Auszieher hell blieb, hat man die Kammer brüniert. Im Laufe der Zeit reibt sich diese Brünierung natürlich ab. Der gerade Kammerstängel mit Kehlung mündet in eine dicke Kugel. Sie ist sicher greifbar. Als Schlösschen wählte man ein flaches Schlösschen mit horizontaler Dreistellungssicherung Art Winchester 70. In hinterster Stellung blockiert sie die Kammer und wirkt direkt auf den Schlagstift. Der Sicherungsflügel ist in dieser Stellung gegen unbeabsichtigtes Entsichern gesichert. Man drückt einen Knopf an der Schlösschenseite zum Entriegeln des Sicherungsflügels und kann danach entsichern. In der Mittelstellung (gesichert, Entladestellung) ist der Sicherungsflügel nicht mehr gesichert. Man kann beim In-Anschlag-gehen schnell entsichern, braucht aber keine Angst haben, dass sich die Waffe beim Durchdringen von Busch mal unbeabsichtigt entsichert. Das geschlossene Schlösschen schützt gut vor dem Eindringen von Staub oder Nässe. Hinten tritt gut fühl- und sichtbar die Schlagbolzenmutter aus. Nach wie vor ist das Mauser 98er System noch erste Wahl bei Großwildjägern. Es ist sehr robust, schmutzunempfindlich und bietet eine zuverlässige Patronenzufuhr (kontrolliert aus dem Magazin durch Ausziehkralle). Auch eine im Patronenlager festsitzende Hülse bringt man dank Lockerungskurve und stabilem Auszieher in aller Regel heraus. Gasfreiräume in der Kammer sorgen für Schutz und Sicherheit. Das flache Schlösschen bietet aber nur ein abgeschwächtes Gasschild. Die Patronenzufuhr erfolgte in allen Lagen zuverlässig und reibungslos. Der Schlossgang istgleichmäßig und leicht. Als perfekt ist der Abzug zu beurteilen. Schon das stark gewölbte, glatte Abzugszüngel ermöglicht eine sehr gute Fingerauflage. Der Abzug stand wirklich supertrocken und brach wie Glas. Man meint, einen Matchabzug zu bedienen. Der Widerstand lag bei 1,35 Kilogramm. Übrigens wurden Hinterfußplatte, Hülsenkopf sowie Oberseiten der Visiersättel stark punziert, um Lichtreflexe zu vermeiden. Der 63,5 Zentimeter lange Lauf hat die klassische, stufenlose Form alter Großwild-Repetierer. Er verjüngt sich von 32,5 Millimetern an der Wurzel bis zur 19,5 Millimeter durchmesserstarken Mündung. Mittels solider Laufringe wurden Riemenbügel, sowie die Visiersättel befestigt. Alles nicht graziös, sondern kräftig und robust. Die Riemenbügelöse für abnehmbare Riemenbügel liegt 30 Zentimeter von der Mündung entfernt. Die Waffe lässt sich sehr bequem tragen. Leider wurde der hintere Riemenbügel im Schaft nicht doppelt verschraubt, so dass er sich bei „Gewaltanwendung“ drehen lässt. Das Express-Visier hat eine Standkimme in Schmetterlingsform, aber mit tiefem V-Ausschnitt für 100 Meter. Die Klappe ist für die 200-Meter-Entfernung. Die Kimmen weisen mittige Goldlinien auf. Das buntmetallhinterlegte Rundkorn misst zwei Millimeter im Durchmesser. Es ist ein umklappbarer und in jeder Stellung arettierbarer Kornschutz vorhanden. Er kann per seitlichem Knopfdruck (federbelastet) entriegelt werden. Das System mit Lauf wurde perfekt eingeschäftet. Eine Querbolzen-Vschraubung bildet das Rückstoßlager. Außen wurde sie rosettenartig graviert und buntgehärtet. Die Holz- und Metallpassungen wurden extrem penibel ausgeführt. Der Schaft liegt am Lauf an. Das ist bei hochwertigen Customwaffen im starken Kaliberbereich üblich. Bei dem starken Lauf beeinflusst es nach meiner Erfahrung die Schussleitung sowie das Warmschussverhalten nicht. Das hat aber den Vorteil, dass kaum Schmutz zwischen Lauf und Schaft eindringt! Das Zielfernrohr hat eine original Holland & Holland-Einhakmontage. Die Fußplatten werden seitlich angebracht: die Vorderfußaufnahme an die Hülsenwand geschraubt, die Hinterfußaufnahme mit seitlicher Verlängerung auf die Hülsenbrücke. Das hat den Vorteil, dass durch Fußplatten auf dem Hülsenkopf nicht die Sicht zum offenen Visier gestört wird. Bei der Montage handelt es sich um eine Einfuß-Einhakmontage. Die Rundung des Hinterfußes steckt man in einen Spalt der Fußplatte. Sie liegt dort an einem Stahlbolzen an. Danach senkt man vorne das Zielfernrohr, sodass der Vorderfuß in einer Fußplattenausnehmung verschwindet. Durch Drehen eines kleinen seitlichen Hebels wird er durch die Halbrundung eines drehbaren Bolzens ähnlich wie bei Leupolds Quick Release Montage festgelegt. Der Bolzen ist mittels Kugel vor unbeabsichtigem Öffnen gesichert. Diese Montage ist bei etwas Übung schnell handhabbar, sie ist sehr schussfest, garantiert gleichbleibende Treffpunktlage und ermöglicht eine tiefe Zielfernrohrmontage. Die Montage arbeitet wie bekannte Festmontagen oder die Quick Release Montage, das heißt, beide Füße nehmen die Rückstoßkräfte auf. Bei vielen Montagen (Schwenkmontagen, SEM) übernimmt diese Aufgabe ganz oder zum größten Teil der Vorderfuß. Weil nur der Vorderfuß per Schwenkriegel festgezogen wird, erfordert die Montage eine genaue Passarbeit, da bei festgezogenem Vorderfuß auch der Hinterfuß am Bolzen fest anliegen muss, damit hinten kein Höhenspiel auftritt.
Hansgeorg Arndt
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