Mit großem Abstand: das Nickel Magnum 1,5-6x30
 |
Hoher Falschlicht-Anteil Die optische Leistung ist nur mittelmäßig. Die Abbildung ist zwar sehr scharf, und die Lichttransmission ist mit gemessenen 89,7 Prozent ebenfalls hoch. Allerdings sieht man bei genauer Betrachtung oben einen feinen hellmatten „Halbmond“.
Der Falschlicht-Anteil (bei 6-facher Vergrößerung 15,2 Prozent) ist extrem hoch: ein Zeichen dafür, dass die Blenden nicht ausreichend gestaltet wurden. Dazu zeigt sich bei Vergrößerungsverstellung im niedrigen Bereich der unbeliebte „Tunneleffekt“. Das heißt: Der Schütze sieht dann deutlich das Innenrohr wie beim Blick durch einen Tunnel und nicht nur eine schwarze Bild-Begrenzung.
Der Augenabstand soll das größte Plus gegenüber den sonst üblichen acht bis zehn Zentimetern sein. Schließlich kann der Rückstoß bei Großwild-Büchsen enorm sein, und Fehler beim Schießen werden nicht verziehen.
Wenn eine Doppelbüchse im Kaliber .470 N.E. doppelt, dann kann der Schütze einen Schlag durchs Zielfernrohr erhalten, von dem er sich so schnell nicht erholt. Ein großer Augenabstand des Zielfernrohrs ist also wünschenswert.
Genauso wichtig ist aber auch ein großes Sehfeld, um bei der Jagd auf wehrhaftes Wild den Überblick zu behalten. Zwar hat man mit der „Eisen-Visierung“ den größten Überblick, doch selbst im Regenwald kann ein Zielfernrohr nützlich sein. Man tut sich viel leichter beim Zielen, weil nur zwei fokale Ebenen in Übereinstimmung zu bringen sind.
Aber besonders ältere Jäger haben Probleme mit der offenen Visierung. Der größte Nachteil besteht darin, dass Wild im Schatten nur als dunkler „Klumpen“ erscheint. Nur mit Hilfe eines guten Zielfernrohrs können die Konturen aufgelöst werden, so dass ein präziser Schuss angetragen werden kann.
Beim Nickel Magnum wurde der große Augenabstand (Bereichsobergrenze) durch eine erhebliche Reduktion des Sehfeldes erkauft. Dieses reicht von 5,1 (6-fach) bis 15,2 Meter (1,5-fach) auf 100 Meter und ist meines Erachtens zu gering. Dafür beträgt der Augenabstand bei 1,5facher Vergrößerung 66 bis 122 Millimeter, und bei sechsfacher Vergrößerung reicht er von rund 82 bis 112 Millimeter. Das entspricht an der Bereichsobergrenze etwa den angegebenen 125 Millimetern.
Der Augenabstand wurde mit einem Verfahren gemessen, das zukünftig in einer DIN-Norm festgeschrieben werden soll. Im angegebenen Bereich kann ein normalsichtiger Mensch das gesamte Sehfeld überblicken. Der größte Sehkomfort liegt dabei etwa beim Mittelwert. Die noch üblichen Angaben der Hersteller basieren immer auf dem gerundeten Maximalwert. Wobei der Augenabstand immer zur Okular-Linse hin gemessen wird, aber der Okular-Tubus runde fünf Millimeter weiter zurück reicht.
|