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Mit großem Abstand: das Nickel Magnum 1,5-6x30

Augenabstand ist nicht alles

Ernüchterung kam bei der Montage. Ich habe das Nickel Zielfernrohr auf meinen Dakota Repetierer in .450 Dakota montiert. Das funktionierte aber nur bei exakt dem selben Okularabstand wie bei meinem Swarovski PV 1,25-4x24. Bei diesem Zielfernrohr war der Augenabstand schon ausgereizt, während er beim Nickel ja noch im „Mittelfeld“ lag. Aber das Nickel-Zielfernrohr konnte nicht weiter nach vorn versetzt werden, weil der vordere Montagering an den Absehen-Verstelltürmen anstößt. Bei dieser Waffe-/Montage-Kombination ist also keine Montage mit größerem Augenabstand möglich.

Sicherlich gilt das auch für andere Waffen mit großen Magnum-Systemen. Denn schon ein Blick auf das Nickel Magnum zeigt, dass die Absehen-Verstelltürme viel zu weit vorn liegen und somit einer „Augen schonenden“ Montage entgegenstehen.

Das Zielfernrohr war trotz des starken Kalibers schussfest. Über das Absehen lässt sich streiten. Ich bevorzuge in Großwild-Zielfernrohren ein (Plex-)Absehen in der zweiten Bildebene, das sich bei Vergrößerungswechsel nicht mitvergrößert, sehr ausgewogen (beruhigend) ist und sehr wenig vom Ziel verdeckt (beste Übersicht und präziser Haltepunkt).

Sicherlich kann man mit dem Nickel-Absehen auch präzise visieren. Von Leuchtabsehen in Großwild-Zielfernrohren halte ich aber gar nichts. Dennoch: Der Jäger muss das Leuchtabsehen des Nickel-Zielfernrohres ja nicht nutzen und hat es trotzdem als Option. Die Leuchtkraft ist recht stark. Auch bei Sonnenschein sieht man das rote Absehen auf dunklem Wild gut. In der Dämmerung oder bei Schatten zeichnet es sich sehr gut ab, und es überstrahlt nicht.

Der Zoom-Bereich reicht genau von Faktor 1,68 bis 5,75 (und nicht von 1,5- bis sechsfach; das sind 14 Prozent weniger). Ich ziehe bei der niedrigen Vergrößerung den Faktor 1,25 vor. Und die meisten Jäger haben bei diesem Vergrößerungsfaktor keine Probleme, beim Schießen beide Augen offen zu halten und dann „vollen“ Überblick zu haben. Sie nehmen hierbei das Ziel etwa wie 1:1 wahr. Allerdings müssen bei der gemessenen 1,68fachen Vergrößerung bereits viele Jäger beim Zielen das andere Auge schließen.

Der Vergrößerungsbereich beim Nickel Magnum entspricht mehr einem universellen Zielfernrohr als einem speziellen Zielfernrohr für die Jagd auf wehrhaftes Großwild. Allerdings muss man hinsichtlich des Sehfeldes mit einschränkendem Kompromiss leben. Schließlich setzen physikalische Gesetze Grenzen.

Der große Augenabstand sorgt für Komfort und Sicherheit, wird allerdings auch mit dem Nachteil des geringen Sehfeldes erkauft. Ich selbst komme bei meiner Doppelbüchse im Kaliber .470 N.E. mit geringerem Augenabstand aus und schätze dafür das große Sehfeld und den guten Überblick. Sicherlich ist das Nickel Magnum eine Alternative am Markt, aber jeder muss selbst entscheiden, welchen Attributen er den Vorzug gibt.



Folgeseiten:
[1]
[2. Hoher Falschlicht-Anteil]
[3. Augenabstand ist nicht alles]

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